Wieviel Futter benötigt mein Hund in den einzelnen Lebensabschnitten?

Klein – Groß – Jung – Alt – Aktiv oder Gemütlich: Jeder bekommt das was er braucht!

Wie bei den Menschen auch benötigt der Organismus des Hundes in den einzelnen Lebensabschnitten für seine Aufgaben (Wachstum, Aktivität, Zellerneuerung, Immunabwehr etc.) einen unterschiedlichen Bedarf an Energie und Nährstoffen.

Ein Welpe benötigt weitaus mehr Energie als ein Senior unter den Hunden, und für jeden Altersabschnitt gibt es zahlreiche Futtermittel.

Doch vor lauter

  • Puppy-Futter, Junior-Futter
  • Futter für den erwachsenen großen Hund, für den kleinen erwachsenen Hund, für den aktiven erwachsenen Hund, für den sensiblen erwachsenen Hund
  • Futter für den älteren Hund (Senior)

…und und und ist es manchmal schwierig das richtige Futter für seinen eigenen Hund zu finden.

Aktiv, quirlig und rasant wachsend

Ein Welpe benötigt in verschiedenen Phasen seines Wachstums unterschiedliche Komponenten im Futter. So ist die Verdauung eines 4 Wochen alten Welpen noch für einige Futtermittel wie z.B. ganze Knochen noch nicht ausgelegt, auch Innereien und Pansen können dem Kleinen Schwierigkeiten bereiten. Deshalb ist es bei einem Welpen wichtig, darauf zu achten, vereinzelte Futterkomponenten schonend und langsam mit in die Ernährung einzuführen, um die Verdauung nicht zu sehr zu strapazieren. Je älter der Welpe wird, desto besser kommt auch die Verdauung mit einzelnen Futtermittelkomponenten klar. Für Knochen kann z.B. neben klein gewolften Knochenstücken mit Fleisch und Knorpeln auch das Knochenmehl eine gute Alternative darstellen.

Auch sollte die Tagesration auf mindestens 3 und optimaler Weise auf 4 Mahlzeiten (bei Welpen von 4-8 Wochen) aufgeteilt werden. Eine Fütterung von 3x täglich ist dann bis zu einem halben Jahr in etwa einzuhalten.

Da ein Welpe noch sehr viel Energie für die einzelnen Organfunktionen, wie z.B. die Wärmeregulation, wie auch für das Wachstum benötigt ist es sinnvoll einem Welpen ca. 4-10% des eigenen Körpergewichts zu füttern. Hierbei sollte man darauf achten, dass Welpen kleinerer Rassen mehr Energie benötigen (z.B. 6-10%) und Welpen größerer Rassen etwas weniger Energie (4-6%) benötigen. Hierbei ist es wichtig dass der Welpe wöchentlich gewogen wird und mittels einer Wachstumskurve mit dem aktuellen Gewicht überprüft wird, auch kann ein sogenannter „Schlankheitstest“erfolgen. So kann die aktuelle Fütterungsmenge ideal an das aktuelle Körpergewicht des Hundes angepasst werden.
Genauso spielt es bei einigen Rassen eine Rolle wieviel Energie sie mehr oder weniger benötigen als andere Rassen – Doggen und Terrier benötigen etwas mehr Energie und z.B. bei Neufundländern ist ein niedrigerer Energiebedarf gegeben.

Allgemeine Übersicht der Fütterung beim Welpen:

  • Fütterungsmenge auf 3-4 Mahlzeiten pro Tag verteilen
  • Welpen kleiner Rassen benötigen ca. 6-10% des Körperwichts pro Tag
  • Welpen großer Rassen benötigen ca. 4-6% des Körpergewichts pro Tag
  • Wöchentliche Kontrolle des Körpgerwichts
  • Auf eine verdauungsschonende Fütterung achten.

Wieviel von welchen Futtermitteln der Welpe benötigt finden Sie im folgenden Text:

Richtige Ernährung des Welpen

Aufmüpfig, neugierig und die Welt erforschend

Ein Junghund ist ein noch wachsender Hund ab einem Alter von ca. 6 Monaten. Ab diesem Alter ist die Hauptwachstumsphase meist beendet und der heranwachsende Hund hat in etwa die Hälfte seines Endgewichts erreicht. Deshalb benötigt der Junghund nicht mehr so hohe Futtermengen wie ein Welpe, aber immer noch mehr wie ein erwachsener Hund, denn z.B. das Skelettwachstum bzw. das Größenwachstum ist noch nicht vollständig ausgereift und benötigt hierfür noch deutlich mehr Energie als ein erwachsener Hund. So entspricht die Futtermenge in etwa 4-6% des Körpergewichts, welche auf eine 2x tägliche Fütterung aufgeteilt wird.

Das Körpergewicht des Junghundes sollte weiterhin regelmäßig alle 2-4 Wochen kontrolliert werden um die Futtermenge ideal anpassen zu können.

Bei den Futterkomponenten muss nicht mehr so viel auf das Verdauungssystem geachtet werden, da ein Junghund mit den meisten Futtermittelkomponenten gut klar kommt, auch Knochen sollten kein Problem mehr darstellen. Sollte ein Junghund dennoch keine Knochen vertragen, kann hier weiterhin das Knochenmehl eine gute Alternative sein.

Allgemeine Übersicht der Fütterung beim Junghund:

  • Ab ca. dem 6. Lebensmonat zählt der heranwachsende Hund zum Junghund
  • Futtermenge auf 2 Mahlzeiten pro Tag verteilen
  • Gesamtfuttermenge beträgt in etwa 4-6% des Körpergewichts
  • Das Gewicht kann nun alle 2-4 Wochen kontrolliert werden.
  • Bei Verdauungsproblemen von Knochen kann als Alternative das Knochenmehl dienen

Wieviel von welchen Futtermitteln der Junghund benötigt wird im Text „Ernährung des Junghundes“ genauer beschrieben.

Mit erhobenen Hauptes, in voller Größe und Pracht

Ab einem Alter von ca. 12-18 Monaten ist ein Hund je nach Rasse in etwa ausgewachsen. Hierbei kommt es natürlich darauf an, ob es ein Hund einer kleinen Rasse ist, der in der Regel mit 12 Monaten ausgewachsen ist oder ob es ein Hund einer großen Rasse ist, der in der Regel mit ca. 18 Monaten ausgewachsen ist. Besondere Ausnahmen sind Riesenrassen, wie z.B. die Deutsche Dogge, der Irisch Wolfhound und speziell der Carne Corso Italiano, welche bis zu ca. 3 Jahren brauchen um das vollständige Größenwachstum zu erreichen.

Ab einem Alter von ca. 12 Monaten kann man auch die Fütterung auf 1 Mahlzeit täglich reduzieren. Da bei großen Rassen durch eine einmalige Fütterung am Tag das Risiko für eine Magendrehung deutlich erhöht werden kann, empfiehlt es sich die Fütterung auf 2 Mahlzeiten beizubehalten.

Der erwachsene Hund benötigt für den Erhaltungsbedarf in etwa 2-4% des Körpergewichts pro Tag, wobei die Aktivität und Größe Einfluss auf die Berechnung der benötigten Futtermenge haben. So benötigt ein gemütlicher, normal aktiver Hund einer großen Rasse weniger Energie als ein gemütlicher, normal aktiver Hund einer kleinen Rasse. Auch spielt es eine Rolle, ob das Tier kastriert oder unkastriert ist, da sich der Stoffwechsel von kastrierten Hunden zu unkastrierten Hunden unterscheidet.

Eine weitere Ausnahme in der Berechnung der Futtermenge pro Tag sind tragende oder laktierende Hündinnen und Arbeitshunde (Schlittenhunde, Rettungshunde etc.)

Ernährung und Fütterungsmenge können in den Texten „Ernährung tragender und laktierender Hündinnen“ sowie „Ernährung von Arbeitshunden“ nachgelesen werden.

Allgemeine Übersicht der Fütterung beim erwachsenen Hund

  • Ausgewachsen ist ein Hund mit etwa 12-18 Monaten, Ausnahmen sind Riesenrassen (Wachstum bis zu 3 Jahre)
  • Futtermenge kann ab 12 Monaten auf 1-2 Mahlzeiten pro Tag verteilt werden (Vorsicht Risiko Magendrehung)
  • Der Erhaltungsbedarf beträgt ca. 2-4% des Körpergewichts pro Tag
  • Monatlicher Schlankheitstest bietet gute Gewichtskontrolle

Wieviel von welchen Futtermitteln der erwachsene Hund benötigt wird im Text „Ernährung des erwachsenen Hundes“ genauer beschrieben.

Graue Haare, schlafend und kuschelig

Ab wann ein Hund wirklich alt ist lässt sich nicht genau an einer Jahreszahl festlegen. In etwa zählt man ältere Hunde oder auch Senioren genannt ab einem Alter von ca. 8-10 Jahren. Hierbei kommt es auf die körperliche Verfassung des einzelnen Hundes an.

An folgenden Punkten erkennt man, dass der Hund zu den Senioren gehört:

  • Geringere Anzahl an Geschmacksnerven
  • Reduzierte Speichelsekretion
  • Nachlass des Seh-, Gehörvermögens sowie des Geruchssinns
  • Abgenutzte Zähne bzw. gänzliches Fehlen von einzelnen Zähnen, einhergehend mit Zahnfleischrückgang (Parodontose)
  • Schlechtere Verdauung aufgrund der Abnutzung der Bauchspeicheldrüse
  • Verminderte Darmperistaltik
  • Schlechteres Immunsystem – Erhöhung der Gefahr von Krankheiten
  • Ergrauung des Fells, sowie rissige und trockene Krallen und Pfotenballen
  • Zunehmende Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit – Das Gehirn arbeitet schlechter

Durch die oben genannten Punkte ist der Stoffwechsel des älteren Hundes dementsprechend reduziert, weshalb bei der Ernährung eines Senior-Hundes auf einen reduzierten Energiegehalt und vereinzelt weitere Punkte in der Futtermittelauswahl beachtet werden sollten.

Fütterungstechnisch kann man diesen reduzierten Energiebedarf leicht mit einer geringeren Futtermenge pro Tag regeln. Hierbei ist eine Reduzierung der Gesamttagesmenge um bis zu 30% erforderlich.

Allgemeine Übersicht der Fütterung beim älteren Hund / Senior:

  • Reduzierter Stoffwechsel mit erniedrigter Energieversorgung durch Alterungsprozesse
  • Verschlechterte Verdauung und damit einhergehende Beachtung der Futtermittelwahl
  • Reduzierung der Gesamttagesmenge um bis zu 30% der Ernährung des erwachsenen Hundes

Wieviel von welchen Futtermitteln der ältere Hund / Senior benötigt wird im Text „Ernährung des Hundes im Alter“ genauer beschrieben.