BARF – Richtige Fütterung bei Hunden & Katzen

Was ist Barfen?

Der Begriff BARF kommt aus den USA und wird im deutschem Sprachgebrauch mit „biologisch artgerechte Rohfütterung“ übersetzt. Diese Art der Rohfütterung findet immer mehr und mehr bei Hunden und Katzen ihre Verwendung. Die Hauptbestandteile beim Barfen sind rohes Fleisch, Innereien und Knochen sowie Obst, Gemüse und Omega3 haltige Öle.

Prinzipiell werden durch die einzelnen Bestandteile kleinere Beutetiere mit Mageninhalt nachgebildet und somit kommt die BARF-Fütterung dem ursprünglichen fleischfressenden Raubtier sehr nahe. Gegenüber dem handelsüblichen Fertigfutter gilt BARF als gesunde Alternative ohne unerwünschte Zusatzstoffe und enthält mehr natürliche Nährstoffe. 

Warum ist Barfen oft gesünder?

Viele Fertigfutter speziell beim Trockenfutter enthalten oft Getreide und wenig Fleisch, was aber für eine gesunde Ernährung von Hunden und Katzen wichtig ist. Auch spielt die Qualität der verarbeiteten Rohstoffe eine große Rolle und es wird nicht immer das beste Fleisch verwendet. Hinzu kommt das Erhitzen der Rohstoffe und Zermahlen zu Mehl (z.B. Fleischmehl). Bei diesen Verarbeitungsprozessen gehen viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe verloren. 

Beim Barfen hingegen ist das Fleisch frisch oder tiefgekühlt und es bleiben somit die meisten wichtigen Vitamine und Mineralien erhalten. Die Qualität der Rohstoffe ist hier im Gegensatz zum Fertigfutter mit freiem Auge ersichtlich und auch der Geruch verrät viel über die Frische der verwendeten Produkte. Vor allem aber ist der Rohfleischanteil bei mindestens 70% ! Getreide muss nicht gefüttert werden statt dessen kommen ca. 30% Obst und Gemüse in den Futternapf.

Die BARF-Fütterung bietet sich auch als die ideale Fütterungsmethode bei Erkrankungen wie z.B. Futtermittelunverträglichkeiten, Magen-Darm-Erkrankungen etc. für Hunde an. Hier kann durch die einzelnen Komponenten ( Fleischsorten, Obst- und Gemüsesorten ) gezielter auf die Anforderungen bei speziellen Erkrankungen eingegangen werden und eine Linderung oder Heilung bewirken. Weiterlesen Allergien und Unverträglichkeiten

UNSER TIPP: Lassen Sie sich von einem Experten einen Futterplan für eine ausgewogene Ernährung Ihres Vierbeiners erstellen. Diese Pläne sind einfach in der Handhabung und sparen viel Zeit bei der täglichen Fütterung. Gerne steht Ihnen auch unsere externe Beraterin Saskia Ettl von deinpetcoach.at zur Verfügung.

Die richtige BARF-Fütterung bei Hunden

Ein erwachsener Hund bekommt ca. 2% – 4% des Körpergewichtes als Tagesration in den Futternapf. Je nach Aktivität, Alter und Größe kann es auch mal mehr oder weniger sein. Von diesen errechneten z.B. 2% des Körpergewichtes sollten ca. 70% aus tierischen Anteil ( bei der Katze sind es 90% ) und 30% aus pflanzlichen Anteil bestehen. Die Hälfte des tierischen Anteils sollte aus Fleisch bestehen, 20% aus Pansen und/oder Blättermagen, 15% Innereien ( Herz, Leber, Niere ) und 15% Knochen/Knorpel.

Der 30% pflanzliche Anteil bei Hunden ( ca. 10% bei Katzen ) setzt sich aus Obst und Gemüse zusammen. Wobei wegen des hohen Zuckergehaltes im Obst nur ca. 15% Obst verwendet werden sollte. Das Gemüse und Obst sollte für eine bessere Nährstoffaufnahme fein gerieben oder besser püriert und zum Fleisch gemischt werden. Vorsicht nicht alle Obst/Gemüsesorten können verfüttert werden.

Beispiel erwachsener Hunde 20 KG normal aktiv:
2% des Körpergewichtes von 20KG = 400g Tagesration gesamt
70% tierischer Anteil der Tagesration 400g = 280g ( davon ca. 50% Fleisch, 20% Pansen/Blättermagen, 15% Innereien, 15% Knochen/Knorpel )
30% pflanzlicher Anteil der Tagesration 400g = 120g ( 15% Obst und 85% Gemüse )

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Öle & BARF-Zusätze

Für eine ausgewogene BARF-Ernährung gehören reichhaltige Öle mit einem hohen Gehalt an Omega-3 Fettsäuren und das Seealgenmehl. Besonders eignen sich Lachsöl, Hanföl oder Leinöl und sollten täglich zu jeder Fütterung hinzugefügt werden.   

Das Seealgenmehl enthält sehr viel Jod welches für die Schilddrüsenfunktion eine wichtige Rolle spielt und zusätzlich hinzu gefügt werden muss, da im Fleisch bzw. Fisch und Innereien nicht in ausreichender Menge vorhanden ist. Aber Achtung es sollte genau dossiert werden, damit keine Überfunktion der Schilddrüse hervorgerufen wird!

Futtermenge für Hundewelpen

Einen Hundewelpen zu Barfen funktioniert ähnlich wie beim erwachsenen Hund. Bei einem Welpen ist es wichtig, dass er in der Wachstumsphase die richtige Menge Energie (kcal) sowie ausreichend Nährstoffe (Calcium, Phophor, Vitamine etc.) bekommt, die sein Körper benötigt.
Je nach Welpenalter liegt hier die Tagesration zwischen 3% – 8% des Körpergewichtes. Das Gewicht des Welpen sollte monatlich kontrolliert werden und mit einer Wachstumskurve abgeglichen werden. Gerade bei großen Rassen kann ein zu schnelles Wachstum durch falsche Fütterung zu Problemen bei der Entwicklung der Gelenke und Bänder führen. Deshalb sollte ein Welpe immer fachmännisch während der einzelnen Wachstumsphasen begleitet werden.

Die richtige BARF-Fütterung bei Katzen

Bei den Katzen verhält es sich im Gegensatz zum Hund ein bisschen anders. Da die Katze zu 100% ein Fleischfresser ist, sollte hier auch das Augenmerk auf eine fleischreiche Ernährung gelegt werden.

Eine erwachsene Katze benötigt zwischen 25-35g Futter pro kg Körpergewicht pro Tag, bei Kitten liegt der Tagesbedarf je nach Alter bei 40-50g Futter pro kg Körpergewicht pro Tag.

Beim BARFen wird der Futternapf mit ca. 90-95% der Ration aus tierischen Bestandteilen und zu 5-10% aus pflanzlichen Bestandteilen gefüllt. Die 90% der tierischen Bestandteile werden dann nochmals in ca. 70% Fleisch, ca. 10% Knorpel/Knochen, ca. 3-5% Leber, ca. 5% Niere zusammengesetzt. Das Fleisch kann zusätzlich noch in reines Muskelfleisch (2/3) und Herz (1/3) unterteilt werden, da das Herz zwar mehr Nährstoffe, wie Fleisch enthält aber hauptsächlich aus einem Muskel besteht und daher nicht zu 100% zu den Innereien gezählt werden kann.

Die 5-10% des pflanzlichen Anteils bestehen aus Gemüse und Obst. Das Gemüse und Obst sollte aufgrund der Ballaststoff-Zufuhr im Futternapf landen und püriert sein. Somit ist bei den meisten Katzen eine gesunde Darmtätigkeit gesichert. Aufgrund des hohen Fruchtzuckergehalts, sollte das Obst ca. 1/3 und das Gemüse ca. 2/3 des pflanzlichen Bestandteils ausmachen. (Bitte darauf achten, nicht alle Obst- und Gemüse-Sorten eigenen sich für die Katze!) Es gibt allerdings auch Katzen, die überhaupt keinen pflanzlichen Bestandteil in der Nahrung benötigen. Hierbei ist der Kot genau zu beobachten.

Da die Katze in der Natur vorwiegend Mäuse und Vögel zu sich nimmt, welche von der Körpergröße gesehen viel kleiner sind als die Tierarten, die beim BARFen verfüttert werden, sollte bei der Katze auf eine ergänzende Vitamin- und Mineralstoffzufuhr geachtet werden. Dies erreicht man z.B. mit Seealgenmehl (Jod-Zufuhr), Taurin (sehr wichtige Aminosäure), Salz (Natriumzufuhr), Vitamin E, Eierschalen (Calcium-Zufuhr) etc.

Beispiel 4 kg Katze:
25g x 4kg Körpergewicht der Katze = 100g Tagesration gesamt
90% tierischer Bestandteil = 90g (davon 70% Muskelfleisch + Herz, 10% Knorpel/Knochen, 3-5% Leber, 5% Niere)
10% pflanzlicher Bestandteil = 10g (davon 1/3 Obst, 2/3 Gemüse)
Ergänzende Zusätze = Seealgenmehl, Taurin, Eierschalen etc.

Wer sich die Mühe sparen will und lieber auf der sicheren Seite sein will, sollte sich einen BARF-Plan erstellen lassen. Empfehlung von uns: Saskia Ettl von deinpetcoach.at