„BARF ist wie ein großes Puzzle, das durch die einzelnen Futterbestandteile so zusammengesetzt werden muss, dass es ein Bild ergibt und dem Hund / der Katze somit alle wichtigen Nährstoffe zur Verfügung stellt“ (DeinPetCoach – Saskia Ettl)
Dies ist eine bildliche Beschreibung für den tatsächlichen Fall. Bei der BARF-Fütterung besteht der Unterschied zu den Fertigfuttermitteln darin, dass es hier der Besitzer ist, der durch das richtige Zusammenstellen der einzelnen Futterbestandteile seinem Hund ein „Fertigfutter“ zusammenmischt. Bei den Fertigfuttermitteln, die im Handel gekauft werden können hat dies bereits der Futtermittelhersteller übernommen.
Um das Puzzle richtig zusammenzusetzen gehen wir im Folgenden auf die einzelnen Futterbestandteile beim Rohfleischfüttern ein.

Aus welchen Bestandteilen besteht BARF?

Grob besteht BARF aus einem tierischen Bestandteil und einem pflanzlichen Bestandteil. Diese Teile können wie folgt aufgeteilt werden:

Gesamtration = 100%

tierischer Bestandteil = 70% – 80%

Der tierische Bestandteil besteht aus:

  • Muskelfleisch = ca. 50%
  • Innereien = 15 %
    • Wovon ca. 1 – 1,5g pro kg Körpergewicht Leber enthalten sein sollte
  • RFK = Rohfleischknochenanteil ( ½ Knochen + ½ Fleisch) = 15%
  • Pansen / Blättermagen = 20 %

pflanzlicher Bestandteil = 20% bis 30%

Der pflanzliche Bestandteil besteht aus:

MIT Getreide:

  • 40 – 50% Gemüse
  • 35 – 40% gekochtes Getreide
  • 15 – 20% Obst

OHNE Getreide:

  • 75 – 85% Gemüse
  • 15 – 20% Obst

+ notwendige Ergänzungen

Notwendige Ergänzungen:

  • Seealgenmehl = Jodversorgung
  • Knochenmehl oder Eierschalenpulver oder Dicalciumphosphat bei unzureichender oder fehlender Knochenfütterung
  • Vitamin D Tropfen = Vitamin D Ergänzung bei unzureichender oder fehlender Fischfütterung

Berechnung der Gesamtfuttermenge für die Planerstellung

Die Errechnung der Gesamtfuttermenge hängt individuell vom Hund oder der Katze ab und kann mittels bestimmter Faktoren in etwa eingeschätzt werden.

Welche Faktoren spielen bei einem gesunden Hund eine Rolle?

  • Männlich oder Weiblich
  • Kastriert oder unkastriert
  • Welche Rasse bzw. Größe des Hundes
  • Sehr verspielt und arbeitswütig oder entspannt und eher Couchpotatoe
  • Junger oder älterer Hund
  • Normalgewicht, Übergewicht oder Untergewicht

Welche Faktoren spielen bei einer gesunden Katze eine Rolle?

  • Freigänger oder Hauskatze
  • Sehr verspielte Katze oder eher Schmusetiger
  • Einzelhaltung oder Gruppenhaltung (Rückschluss auf die Aktivität d. Katze)
  • Junge oder ältere Katze
  • Welche Rasse
  • Männlich oder weiblich
  • Normalgewicht, Übergewicht oder Untergewicht
  • (Katzen sind i. d. Regel kastriert, deshalb gibt es diesen Punkt hier nicht)

Beim Hund und auch bei der Katze gibt es allerdings Richtwerte an die man sich grob halten kann:

Gesunder Hund:

  • Welpe / Junghund: 3 – ca. 8 % vom Körpergewicht pro Tag
  • Erwachsener Hund: 2 – 4 % vom Körpergewicht pro Tag

Gesunde Katze:

  • Kitten: 40 – 50g / kg Körpergewicht (KG) pro Tag
  • Erwachsene Katze: 25-35g / kg KG pro Tag

Bei der Katze ist die Futtermenge vom BARF im Vergleich zum Fertigfuttermittel deutlich geringer. Warum das so ist? Das liegt an der Verdaulichkeit der einzelnen Futterbestandteile. Denn BARF ist frischer und enthält auch meist in ihrer Wertigkeit höher verdauliche Bestandteile als Fertigfutter. Deshalb ist es bei der Katze immer ein Merkmal, dass diese am Anfang etwas hungrig ist, dies spielt sich allerdings nach einiger Zeit ein. Wichtig in dem Fall ist das Gewicht im Auge zu behalten, ob tatsächlich etwas geändert werden sollte oder nicht.