In Hundenkreisen ist die Zecke – das kleine Spinnentier – sehr gut bekannt. Jedes Jahr im Frühjahr geht sie auf ihre erste Nahrungssuche des Jahres und nicht nur der Hund bietet der Zecke eine gute Nahrungsquelle, auch Katzen und auch Menschen sind vor den Angriffen der Zecke nicht verschont. Als Nahrungsquelle dient das Blut des Wirtes – hierbei kommt es nicht zu enormen Blutverlusten, daher stellt dieser auch keine Gefahr da. Die Gefahr bei einem Zeckenbiss geht von der Übertragung von bestimmten Krankheiten aus und dafür ist die Zecke überall bekannt.

Die Zecke – das Spinnentier:

Die Zecke gehört aus dem biologischen Sichtfeld zur Spinne – genauer noch zu den Milben. Aufgrund ihres guten Anpassungsvermögens und der essenziellen Nahrungsaufnahme durch das Blutsaugen von anderen Wirbeltieren (z.B. Hund, Katze, Mensch) wird die Zecke, wie z.B. die Stechmücke als Parasit angesehen.
Da die Zecke im Vergleich zur Stechmücke eine erheblich größere Menge an Blut benötigt, sucht sie sich einen geeigneten Platz am Körper, um dort in Ruhe und geschützt bis zu 15 Tage an ihrem Wirt zu saugen.

Klein aber gemein – welche Krankheiten kann die Zecke übertragen?

Zecken - Schutz für Hunde

Die bekanntesten sind wohl die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), doch noch weitere Krankheiten können durch die Zecke übertragen werden.
Die Übertragung findet bei einer infizierten Zecke über den Stechapparat statt – hierbei gelangen die Krankheitserreger von den Speicheldrüsen bzw. den Darm über den Stechapparat in den Wirt (Hund, Katze, Mensch).

Alle übertragbaren Krankheiten auf einen Blick:

  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitits)
  • Borreliose
  • Babesiose (Hundemalaria)
  • Anaplasmose
  • Erlichiose (Rickettsiose)
  • Hepatozoonose

(Was diese Erkrankungen beim Hund auslösen oder wie sie verlaufen wird im unteren Abschnitt deutlicher aufgeführt.)

Schutz gegen Zeckenbiss bei Hunden – Aber bitte OHNE Chemie!

Es gibt vom Tierarzt zahlreiche Zeckenmittel für den Hund, ob als Zeckenhalsband oder als Spot on, welche vorab getestet worden sind und als „schadstofffrei“ gelten – jedoch gibt es immer mehr Hunde, welche eine deutliche Reaktion auf die „Chemie-Keulen“ zeigen.
Reaktionen können Übelkeit und Erbrechen, schuppige Haut und stumpfes Fell, Hautausschläge, Fellverlust bis hin zu unerklärlich ausgelösten Epilepsieanfällen sein.
Nicht immer ist es notwendig mit Chemie gegen die Zecke zu kämpfen. Insofern keine Reise in ein Land besteht, in dem es auch Stechmücken gibt, die die sog. Leishmaniose übertragen, empfiehlt es sich beim Zeckenschutz für Hunde nochmals genauer nachzudenken.

Das Natürliche Spot on für Hunde – manchmal ist weniger mehr!

Das Schwarzkümmelöl für Hunde:

Das Schwarzkümmelöl ist für viele positive Aspekte in der Ernährung bereits bekannt und ist unter anderem schmerzlindernd, entzündungshemmend, antibakteriell, blutdrucksenkend. Doch es kann noch mehr!
Der Geruch spielt beim Schwarzkümmelöl als natürliche Zeckenprophylaxe die entscheidende Rolle. Das ätherisch riechende Öl wird von der Zecke deutlich gemieden. So stellt man eine Zecke direkt in die Nähe eines Tropfens Schwarzkümmelöl, versucht diese den Tropfen zu meiden

Anwendung:
1x täglich gründlich ins Fell Bürsten und ins Gesicht reiben:

Schwarkümmelöl als Zeckenschutz

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  • Am besten bei Hunden mit kurzem bis langem Fell geeignet
  • das Fell fettet nicht!
  • Das Fell erhält noch zusätzlich wertvolle Nährstoffe für einen schönen Glanz
  • Sparsam:
    • Ein paar Tropfen bei Kurzhaar Hunden mit den Händen ins Fell reiben (auch Gesicht und Ohren nicht vergessen)
    • Ein paar Tropfen auf eine Rundbürste geben und mit der Rundbürste das Öl gut im Fell langhaariger Hunde verteilen – am Schluss noch 1 Tropfen in die Hände reiben und das Gesicht und die Ohren gut einreiben.
  • Verstärkung der Wirkung im Frühjahr und Herbst möglich:
    • Kurweise über 2-3 Monate je nach Größe des Hundes 2-6 Tropfen täglich mit ins Futter mischen.

Das Kokosöl für Hunde und Katzen:

Nicht nur gegen Würmer ist das Kokosöl durch seine wurmwidrige Wirkung eine natürliche Alternative zur Entwurmung auch gegen Zecken hat das Kokosöl vor allem bei kurzhaarigen Hunden einen idealen Schutzfaktor.
Warum das so ist liegt an der Laurinsäure im Kokosöl. Untersuchungen haben gezeigt, dass beim Menschen alle Hautpartien, welche mit Kokosöl bestrichen waren von Zecken deutlich gemieden worden sind – wurde dennoch ein Biss durchgeführt, so ist die Zecke kurze Zeit später abgefallen, ohne eine Übertragung der Krankheiten möglich zu machen.

Kokosöl - Entwurmung beim Hund

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Anwendung:
1x täglich bis je nach Wasseraktivität 2-3 x pro Woche ins Fell einreiben:

  • Am besten bei Hunden im kurzem Fell (bei langhaarigen Hunden verfettet das Fell zu stark)
  • Das Fell und die Haut erhalten durch das Kokosöl zusätzlich noch wertvolle Nährstoffe für ein schönes Hautbild und glänzendes Haarkleid.
  • Kokosöl in den Handflächen verreiben und über den gesamten Körper des Hundes verteilen – Gesicht und Ohren nicht vergessen!
 

Weitere natürliche Mittel als Zecken-Prophylaxe:

  • Bernsteinketten für Hunde:
    • Diese schützen den Hund vor Zecken aufgrund der elektrostatischen Aufladung und des Geruchs von Harz. Vorsicht wirkt vor allem eher bei kurzhaarigen Hunden und es muss ein unbearbeiteter Rohbernstein sein!
  • Ätherische Öle als Schutz gegen Zecken bei Hunden und Katzen:
    • Weit verbreitet sind auch die verschiedensten Mischungen aus ätherischen Ölen (wie z.B. Thymian, Oregano, Wacholder, Grapefruit, Myrrhe, Rosenholz etc.) – diese sollen den Chitinpanzer der Zecken und Flöhe angreifen und diese somit austrocknen.
    • Es gibt sie als Direkt-Sprays, Spot-on oder auch als Zeckenhalsband.
    • Vorsicht ist bei z.B. Geraniol geboten, diese ist zwar sehr gut wirksam, kann aber ebenso wie die Chemie-Keulen vom Tierarzt zu schuppigen Fell und Hautreizungen führen.
  • Knoblauch gegen Zecken und Flöhe beim Hund und der Katze:
    • Häufig gewarntes Lebensmittel – jedoch in diesen Mengen weit aus alles andere als giftig. Durch den über die Haut ausgedünsteten typischen Geruch lässt sich manch eine Zecke abwehren. Gegen Flöhe ist dies eine bessere Methode. Bei manchen Hunden wirkt der Knoblauch gut und bei anderen weniger.

Übertragbare Krankheiten – FSME, Babesiose, Borreliose Hund, Katz‘ und Co:

Borreliose beim Hund und der Katze:

Unter der Borreliose versteht man eine bakterielle Infektion, welche sich vor allem auf den Bewegungsapparat des Hundes auswirkt. Auch Appteitverlust, Müdigkeit und hohes Fieber können Symptome bei einer Erkrankung mit dem Borrelioseerreger „Borrelia burgdorferi sensu lato“ sein.
Bei einer Infektion, welche innerhalb von 16-72 Stunden über die Zecke „Holzbock“ übertragen werden kann, sollte der Hund sofort mit einem Antibiotikum behandelt werden.
Sollte sich der Zeckenbiss entzünden, so sollte auf jeden Fall der Tierarzt konsultiert werden, welcher einen Test auf die Infektion von Borreliose-Erregern durchführen sollte, um eine Infektion auszuschließen.

FSME oder Frühsommer- Meningoenzephalitits:

FSME ist eine Viruserkrankung beim Hund und Menschen. Diese führt vor allem zu Symptomen wie Fieber, Krämpfe, Bewegungsstörungen, Lähmungen sowie weitere neurologische Symptome. Charakteristisch für eine Erkrankung durch den FSME-Virus sind auch die Überempfindlichkeit des Kopf- und Nackenbereichs, allgemeine Schmerzhaftigkeit und z.T. auch Verhaltensänderungen.
Im Gegensatz zum Menschen gibt es für den Hund keine Impfung gegen FSME – daher empfiehlt es sich einen ausreichenden Zeckenschutz beim Hund zu gewährleisten.

Babesiose oder anders Hundemalaria:

Ähnliche wie die Malaria beim Menschen zeigt sich auch das Krankheitsbild der Babesiose beim Hund, daher auch der Name „Hundemalaria“. Hierbei kommt es zu einer lebensgefährlichen Infektion durch Einzeller, welche die roten Blutkörperchen zerstören und eine Blutarmut auslösen.
Die Symptome der Babesiose beim Hund zeigen sich bereits in der Anfangszeit akut durch hohes Fieber, extremen Durst, Appetitlosigkeit, Mattigkeit sowie schnellem Gewichts- und Konditionsverlust. Weiter verläuft die Erkrankung mit einer akuten Blutarmut und Gelbsucht, welche sich in rotem oder grünlichem Urin äußern kann.
Wird die Babesiose nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann diese Erkrankung für den Hund tödlich enden.

Anaplasmose Hund / Katze:

Bei der Anaplasmose kommt es durch den Erreger „Anaplasma phagocytophilum“ zur Zerstörung der weißen Blutkörperchen, es kommt zu Erkrankungsschüben mit Fieber, Apathie, Fressunlust, Erbrechen und Durchfall, sowie Entzündungen in den Gelenken – welche zu Bewegungsunlust bzw. Lahmheit führen können.
Zudem kann sich die Erkrankung auch auf innere Organe wie Niere, Leber und Milz sowie auch den Augen bemerkbar machen. Z.T. erblinden Hunde aufgrund der Anaplasmose.

Erlichiose oder auch Rickettsiose:

Dies ist eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen und galt zunächst immer als Mittelmeerkrankheit, doch nun gibt es sie auch über die Braune Hundezecke auch im Alpenraum.
In der akuten Phase zeigen erkrankte Hunde mit dem Erreger „Ehrlichia canis“ bzw. Rickettsien eine ausgeprägte Mattigkeit mit Futterverweigerung, sowie Fieber, Gewichtsverlust, Erbrechen und auch Atemnot. Auch können Blutungen im Bereich der Schleimhäute (wie z.B. Nasenbluten) möglich sein. Deutliche Erkrankungsmerkmale sind auch geschwollene Lymphknoten und Milz, sowie eine Veränderung des Blutbildes.
Der chronische Verlauf äußert sich meist mit Symptomen wie Mattigkeit, Abmagerung, Schwäche und Blutungsneigung, schleimig-eitrigen Augenausfluss, Atemnot und auch eine Trübung der Hornhaut.
Diese Erkrankung mit therapiert werden, da sie sonst neben einer möglichen Erblindung auch zu weiteren Organschädigungen führen kann.