Klein, süß, kuschlig und einfach nur zum knuddeln! Mit 8 – 12 Wochen wechseln die Welpen endlich das zu Hause und das Warten hat ein Ende. Doch so süß und knuffig sie auch sind, gerade beim Einzug ins neue Heim helfen einige Regeln die Eingewöhnung für den Welpen und die neue Familie so angenehm wie möglich zu machen.


Auf welche Gefahren muss ich achten? Wie gestalte ich dem Neuankömmling sein neues Zuhause am gemütlichsten? Welche Regeln gibt es bei der Eingewöhnung?
All das sind wahrscheinlich ein paar Fragen, die man sich als neuer Hundebesitzer vor Ankunft des neuen Weggefährten macht.

Im Folgenden geben wir einige nötige Informationen und Tipps & Tricks für einen guten Start in eine unzertrennliche Freundschaft.

Gefahrenquellen beseitigen und böse Überraschungen vermeiden:

Wie kleine Kinder versucht der Welpe das neue Heim bis ins hinterste Eckchen und die kleinste Schlupfmöglichkeit zu erkunden. Doch um böse Überraschungen zu vermeiden, gilt es einige Gefahrenquellen zu beseitigen:

Stromkabel absichern:

Freie Stromkabel können vom Welpen angeknabbert werden und können dadurch zu unkontrollierten Stromschlägen und daraus resultierenden Verbrennungen führen.

Reinigungsmittel entfernen:

Wie auch bei Kleinkindern sollte man darauf achten Reinigungsmittel oder andere giftige Stoffe (z.B. Insektizide) in geschlossenen Schränken oder unzugänglichen Höhen (Vorsicht Welpen sind sehr kreativ!) zu verstauen.

Medikamente:

Genauso wie die Reinigungsmittel sollten die Medikamente nicht offen liegen gelassen werden und besser immer in verschließbaren Schubbladen oder Schränken aufzubewahren. Ein Medikament kann für einen Welpen im schlimmsten Fall tödlich enden.

Giftige Pflanzen und Lebensmittel:

Nicht nur Medikamente, Reinigungsmittel und Co. können dem kleinen Welpen zur Gefahr werden, sondern auch für uns ungefährliche Lebensmittel oder Pflanzen können beim Welpen erhebliche Vergiftungserscheinungen führen. Wie z.B. Schokolade oder rohe Kartoffeln können ab einer gewissen Menge zu Vergiftungen führen, welche dann auf jeden Fall tierärztlich behandelt werden müssen.

Klare Strukturen gab es bereits bei Mami und Papi:

Ein Welpe bzw. erwachsener Hund fühlt sich deutlich wohler, wenn er eine klare Struktur hat und eine gute Erziehung genießt, denn nach und nach hat der erzogene Hund deutlich mehr Freiheiten als ein unerzogener Hund, wie z.B. beim Freilauf. Die schönste Freiheit für einen Hund ist doch der Freilauf – aber ohne funktionierendem Rückruf kann dem Hund auch kein schöner Freilauf gewährleistet werden.

Die Rückzugsmöglichkeit:

Das Bettchen sollte bereits vor Einzug in das neue Heim an seinem Platz stehen. Der Platz dafür soll gut überlegt gewählt werden. Der Platz sollte ruhig sein und nicht im Mittelpunkt der Wohnung stehen.
Ganz wichtig: Liegt der Welpe bzw. später der erwachsene Hund auf seinem Bett bzw. Platz dann ist dieser Platz Tabu-Zone für alle Störungen. Der Hund soll wissen, dass er an diesem Platz wirklich seine Ruhe hat und sich zurückziehen kann.

Ruhephasen einhalten:

Um die ganzen neuen Erlebnisse und Eindrücke richtig verarbeiten zu können, benötigt der Welpe viel Schlaf. Dieser Schlaf wird als sogenannte Ruhephase benannt, welche bei erwachsenen und gesunden Hunden zwischen 17-z.T. 20 Stunden pro Tag liegt. Da für Welpen die Erfahrungen deutlich anstrengender sind ist es wichtig, dass ein Welpe zwischen 20- sogar 22 Stunden Schlaf pro Tag bekommt. Wenn ein Welpe schläft, sollte man ihn also nicht wecken, um seine Ruhephase nicht zu stören.

Futter- und Trinknäpfe:

Auch dieser Platz sollte an einer ruhigen nicht viel benutzter Stelle liegen. Wichtig hierbei ist auch zu beachten dass beim Futternapf in der Nähe auch ein Trinknapf steht. Ist der Wohnbereich sehr groß, so kann auch in verschiedenen Wohnbereichen zusätzlich ein Trinknapf stehen (auch im Garten). Der Futternapf sollte täglich nach der Mahlzeit gereinigt werden und der Trinknapf regelmäßig mit frischem Wasser befüllt werden.
Gerade ein Welpe ist noch anfälliger für Krankheitserreger, die sich im abgestandenen Trinkwasser tummeln.

Aber der Hund darf doch gar nichts?! – Der Hund benötigt Regeln mehr als viele denken:

Sinnvoll ist es sich im Vorfeld mit allen Bezugspersonen (auch Kindern) hinzusetzen und einen Regelplan aufzustellen. Je klarer die Regeln für alle Bezugspersonen sind, desto leichter ist es für den Welpen bei der Ankunft die neuen Regeln kennenzulernen und einzuhalten.

  • Darf der Hund ins Schlafzimmer? –> Ja / Nein
  • Darf der Hund auf die Couch? –> Ja / Nein

Dies sind nur ein, zwei Regeln, die konsequent eingehalten werden sollten, wenn man sich gemeinsam geeinigt hat.

Jipiiee endlich ist der Welpe da!!! Was ist nun wichtig?

Die Ankunft – aufregend und traurig zugleich für den Welpen!

  • Die ersten 2-3 Tage nach der Ankunft sollte der Welpe genügend Zeit bekommen, um sich ruhig und gelassen in sein neues Heim eingewöhnen zu können und den Trennungsschmerz von seiner Mutter verheilen lassen zu können. Dabei ist es wichtig, dass nicht gleich alle Freunde und Bekannte vorbeikommen und den kleinen Neuankömmling begutachten!
  • Um die Eingewöhnung zu erleichtern, ist es sinnvoll das Welpenfutter vom Züchter noch einige Tage nach der Ankunft zu füttern und langsam auf das neue gewünschte Futter umzustellen. Vorsicht Futter ist nicht gleich Futter! Wir beraten Sie gerne.
  • Die ersten Spaziergänge sollten ebenso wie die Eingewöhnungsphase ruhig sein, ohne Hektik und Stress. Am besten ist es man sucht sich ein ruhiges Fleckchen gleich in der Nähe der Wohnung. So kann sich der Welpe gut an die Bezugspersonen und die nähere Umgebung gewöhnen.
  • Stubenreinheit ist oberste Priorität – ganz wichtig ist es von Anfang an dem Welpen beizubringen wo er sein Geschäft verrichten darf und wo nicht.

Der Weg zur Stubenreinheit kurz erklärt:

Manchmal weiß ein Hund noch überhaupt nicht wo er sein Geschäft verrichten darf und wo nicht. Warum ist denn dieser Mensch so böse – ich muss doch auch mal Pipi!?
Ein Welpe muss den Schließmuskel erst trainieren und sollte somit öfter am Tag und auch in der Nacht die Möglichkeit haben am richtigen Platz sein Geschäft zu verüben.

Generell gilt:

  • Immer nach dem Füttern, Trinken und dem Schlafen den Welpen nehmen und mit ihm an die gewünschte Stelle gehen (ggf. Tragen)
  • In der ersten Woche ist es auch noch hilfreich zusätzlich ca. alle 2 Stunden vorsorglich nach draußen zu gehen und an den gewünschten Platz zu gehen.
  • Wenn der Welpe am gewünschten Ort gemacht hat, dann wird ein Freudentanz aufgeführt! Denn das ist das SCHÖNSTE der Welt!
  • Macht der Welpe an einen unerlaubten Platz und man erwischt ihn dabei, darf man ihm klar und deutlich zu verstehen geben (z.B. mit einem klaren NEIN oder PFUI), dass dies nicht richtig ist. Man sollte ihn unterbrechen und am besten hochheben und wie ein Baby auf den Rücken halten (dies verhindert dass der Welpe weiter pinkelt) und an den gewünschten Platz führen. Wenn er auf dem gewünschten Platz dann pinkelt gibt es natürlich wieder einen Freudentanz!

Quietschie, knuffiges Bärchen – Spielzeug, Bettchen und Co – was braucht man alles?

  • Ein Bettchen als Rückzugsort: Das kann ein Körbchen mit einer weichen Einlage, eine Decke oder ein Stoffbettchen sein. Hierbei geht es rein nach Geschmack und Funktionalität.
  • Futter- und Trinknapf. Je nach Bedarf können auch mehrere Trinknäpfe benötigt werden.
  • Ein geeignetes Futter. Anfangs macht es sicherlich Sinn mehrere verschiedene Fütterungsmöglichkeiten anzubieten (Trockenfutter, Nassfutter, Rohfleisch) so lernt der Welpe in seiner Prägungsphase verschiedene Konsistenzen und Geschmacksvariationen kennen. Aber später sollte man sich auf eine Art der Fütterung einigen, da ein ständiger Wechsel auch für die Verdauung immer wieder eine Umstellung ist.
    Gerne beraten wir Sie welches Futter für einen Welpen wichtig ist.
  • Halsband, Geschirr und starre Leine (bitte keine Flexi-Leine – denn an dieser lernt der Welpe nur, dass er ziehen muss um ans Ziel zu kommen)
    Brauche ich wirklich Halsband und Geschirr? Ja, so lernt der Welpe, dass beides normal ist und er gewöhnt sich daran es zu tragen. Prinzipiell gilt: Vor allem beim Welpen ist das Geschirr für den Bewegungsapparat schonender. Am Halsband sollte der Welpe von Anfang an lernen nicht zu ziehen –> die Leinenführigkeit wird es Ihnen danken.
  • Sicherungen fürs Auto: Auch beim Autofahren gibt es Regeln und die gelten auch für unsere Vierbeiner. Hierbei ist es wichtig darauf zu achten, dass der Welpe NICHT auf dem Beifahrersitz sitzen darf (dies ist strafbar). Wenn der Welpe am Rücksitz oder im Kofferraum seinen Platz findet, so sollte auf die notwendige Sicherung geachtet werden:
    • Autogurt
    • Transportkäfig
    • Trenngitter
  • Ausreichend Spielzeug zum Kauen – denn gerade ab dem 4. Lebensmonat fängt der Zahnwechsel an und es wird kräftig der Schmerz weggekaut. Wichtig: keine quietschenden Spielsachen zu nehmen, sonst kommt der Welpe in Konflikt wenn der Mensch mal bei einem zu festen Biss laut „Aua“ schreit.
    Im Zahnwechsel helfen auch Kauspielzeuge, welche mit Wasser zu befüllen sind. So können diese im Gefrierfach eine abkühlende Kaumöglichkeit bieten.
    Auch Kauartikel eignen sich hervorragend und bieten später auch eine ideale Möglichkeit die Zähne auf natürliche Art und Weise zu reinigen. Hierbei ist darauf zu achten, dass KEIN Zucker, kein Geschmacksverstärker und Aromen enthalten sind!

Wir wünschen viele schöne und lustige Momente mit dem neuen kuscheligen Vierbeiner!